Märkte gehören zu den lebendigsten Orten, um Vietnam abseits klassischer Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Zwischen frischen Lebensmitteln, handwerklichen Produkten, regionalen Spezialitäten und alltäglichen Begegnungen zeigt sich das Land von einer unmittelbaren und authentischen Seite. Dabei hat jede Region ihre eigene Marktkultur: In Hanoi beginnt das geschäftige Treiben teilweise noch vor Sonnenaufgang, während Märkte im Mekong-Delta eng mit dem Leben am Wasser verbunden sind.
Wer Vietnam intensiver erleben möchte, sollte deshalb nicht nur bekannte Sehenswürdigkeiten besuchen. Ein Rundgang über einen lokalen Markt bietet einen unmittelbaren Einblick in den Alltag und die regionale Kultur. Diese neun Märkte zeigen die Vielfalt der vietnamesischen Marktkultur.
1. Long Bien Markt, Hanoi (Chợ Long Biên)

Der Long-Biên-Markt (Chợ Long Biên), der unter der gleichnamigen Brücke liegt, gehört zu den bekanntesten Großmärkten Hanois und ist vor allem für Frühaufsteher interessant. Bereits am späten Abend treffen Lastwagen mit Obst, Gemüse und anderen Waren aus verschiedenen Teilen Nordvietnams ein.
Besonders lebendig wird der Markt in der Nacht und in den frühen Morgenstunden. Händler transportieren Waren zwischen den Ständen, während Großhändler ihre Einkäufe für Geschäfte und Restaurants in Hanoi erledigen. Für Reisende ist der Markt weniger ein Ort zum klassischen Einkaufen als vielmehr eine Möglichkeit, den nächtlichen Rhythmus der Hauptstadt zu beobachten.
Wer Hanoi zu ungewöhnlicher Stunde erleben möchte, kann den Besuch mit einem Spaziergang rund um die historische Long-Biên-Brücke verbinden.
2. Cho Troi Flohmarkt, Hanoi (Chợ Trời)

Der Cho Troi (Chợ Trời) ist ein dauerhaft geöffneter Flohmarkt in Hanoi, der besonders für Elektronik, Ersatzteile, Werkzeuge und gebrauchte Waren bekannt ist. Anders als moderne Einkaufszentren zeigt dieser Markt eine eher raue und alltägliche Seite der Hauptstadt. Zwischen kleinen Verkaufsständen, Werkstätten und zahlreichen Motorrädern werden unterschiedlichste Gegenstände angeboten- von Kabeln und elektrischen Bauteilen bis hin zu Werkzeugen, Ersatzteilen und älteren Gebrauchsgegenständen.
Im Gegensatz zu den großen Einkaufszentren Hanois wirkt der Chợ Trời deutlich unmittelbarer und weniger kommerziell. Gerade diese Mischung aus Handel, Reparatur und alltäglichem Stadtleben macht den Markt für Reisende interessant, die Hanoi abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten kennenlernen möchten.
Nach dem Marktbesuch bietet sich ein Abstecher zum nahe gelegenen Thống-Nhất-Park an. So lässt sich der eher geschäftige Marktbesuch mit einem ruhigen Spaziergang verbinden.
3. Kegelhut-Markt von Dorf Chuong, Hanoi (Chợ nón làng Chuông)

Der Kegelhut-Markt von Dorf Chuong ( Chợ nón làng Chuông) ist eng mit der Herstellung vietnamesischer Kegelhüte, der Nón lá, verbunden. Das Dorf Chuông blickt auf eine jahrhundertealte Handwerkstradition zurück, und der Markt vermittelt einen Einblick in das lokale Handwerksleben.
Besonders interessant ist, dass hier nicht nur fertige Produkte verkauft werden. Besucher können auch beobachten, wie Kegelhüte hergestellt, repariert und gehandhabt werden. Dadurch wirkt der Markt weniger wie ein touristischer Verkaufsort und stärker wie ein Teil des lokalen Handwerkslebens.
Der Markt findet an bestimmten Tagen nach dem Mondkalender statt und ist deshalb nicht täglich geöffnet. Wer ihn besuchen möchte, sollte den Markttag vor der Reise überprüfen.
4. Dao San Bergmarkt, Lai Chau (Chợ Dào San)

Im bergigen Nordwesten Vietnams liegt der Dao San Markt (Chợ Dào San), ein traditioneller Markt, der vor allem sonntags zum Treffpunkt verschiedener ethnischer Gemeinschaften wird. Menschen aus den umliegenden Dörfern kommen hier zusammen, um Lebensmittel und Alltagswaren zu kaufen, Produkte zu verkaufen und Bekannte zu treffen.
Neben den Marktständen gehört auch das soziale Leben zum Erlebnis. Besucher können beobachten, wie Menschen aus unterschiedlichen Dörfern zusammenkommen und ihre alltäglichen Geschäfte erledigen.
Der Markt ist besonders interessant für Reisende, die die Bergregionen Vietnams nicht nur wegen ihrer Landschaft, sondern auch wegen ihrer kulturellen Vielfalt kennenlernen möchten.
5. Ta Sin Thang Markt, Dien Bien (Chợ Tả Sìn Thàng)

Mitten in der Berglandschaft von Provinz Dien Bien liegt der Ta Sin Thang Markt (Chợ Tả Sìn Thàng). Der Markt findet nicht täglich statt, sondern folgt einem traditionellen sechstägigen Rhythmus nach dem Mondkalender.
An Markttagen kommen Menschen aus den umliegenden Dörfern zusammen. Traditionelle Kleidung, handgefertigter Schmuck, regionale Produkte, Waldhonig und Shan-Tuyết-Tee gehören zu den Waren, die hier zu finden sind.
Gerade die Verbindung von Marktleben und Berglandschaft macht Tả Sìn Thàng besonders. Der Besuch lässt sich daher gut mit einer Reise durch die
nördlichen Bergregionen Vietnams verbinden.
6. Liebesmarkt Moc Chau, Son La (Chợ tình Mộc Châu)
Der Liebesmarkt Moc Chau (Chợ tình Mộc Châu) unterscheidet sich deutlich von den anderen Märkten dieser Liste. Im Mittelpunkt stehen nicht nur Waren und Lebensmittel, sondern vor allem Begegnungen, Kultur und traditionelle Gemeinschaftsaktivitäten.
Der Markt findet rund um den 1. September statt und ist mit Geschichten über Begegnungen und Partnersuche unter den H'Mông verbunden. Heute gehören auch kulturelle Veranstaltungen, regionale Spezialitäten, Sportaktivitäten und traditionelle Musik zum Programm.
Besonders auffällig sind die farbenfrohen traditionellen Trachten der Besucher. Dadurch entsteht eine lebendige Atmosphäre, in der Markt, Fest und kulturelle Veranstaltung ineinander übergehen.
Mộc Châu ist darüber hinaus für seine Teeplantagen, Blumengärten und Berglandschaften bekannt und eignet sich deshalb gut als Ziel für eine längere Reise durch den Nordwesten Vietnams.
7. Tam Tien Fischmarkt, Da Nang (Chợ cá Tam Tiến)

Der Tam Tien Fischmarkt (Chợ cá Tam Tiến), ein Fischmarkt in Tam Tiến beginnt, wenn es in vielen anderen Orten noch dunkel ist. Noch vor Sonnenaufgang bringen Korbboote und Fischerboote den Fang der Nacht an Land.
Fisch, Garnelen, Tintenfisch und andere Meeresfrüchte werden direkt am Strand verkauft. Käufer kommen früh am Morgen, um die frisch angelandeten Waren für Haushalte, Restaurants oder den Weiterverkauf zu erwerben.
Die Atmosphäre ist schnelllebig und unmittelbar: Boote kommen an, Händler sortieren den Fang und Käufer handeln um die besten Waren. Für Reisende ist gerade diese kurze, intensive Marktzeit ein besonderer Einblick in das Leben der Küstengemeinden.
Der Markt liegt etwa eine Stunde von Hoi An entfernt und lässt sich daher mit einem Aufenthalt in der historischen Stadt verbinden.
8. Schwimmender Markt Long Xuyen, An Giang (Chợ nổi Long Xuyên)

Der schwimmende Markt Long Xuyen (Chợ nổi Long Xuyên), ein schwimmender Markt in Long Xuyên, zeigt beispielhaft, wie sich ein Teil des Handels im Mekong-Delta direkt auf dem Wasser abspielt.
Früh am Morgen treffen Boote mit Obst, Gemüse und anderen landwirtschaftlichen Produkten auf dem Fluss zusammen. Händler verkaufen ihre Waren direkt vom Boot aus, während sich der Alltag der Menschen ebenfalls eng am Wasser abspielt.
Wer früh aufsteht, kann eine Bootsfahrt unternehmen und dabei nicht nur den Markt, sondern auch das Leben entlang des Flusses beobachten. Frühstück auf dem Wasser, kleine Boote und der morgendliche Warenhandel vermitteln einen unmittelbaren Eindruck vom Alltag im Mekong-Delta.
Auch auf einer Reise durch das Mekong-Delta lässt sich ein Besuch schwimmender Märkte gut einplanen.
9. Chom Hom Markt, Can Tho (Chợ Chồm Hổm)

Der Chom Hom Markt (Chợ Chồm Hổm) ist ein eher ungewöhnlicher Markt im Mekong-Delta und richtet sich vor allem an diejenigen, die regionale Lebensmittel und das alltägliche Markttreiben kennenlernen möchten.
Schon früh am Morgen werden verschiedene landwirtschaftliche Produkte angeboten. Dazu gehören Obst und Gemüse aus der Region, aber auch typische Spezialitäten wie Frösche, Aale oder Feldratten.
Viele Händlerinnen sitzen auf kleinen Hockern oder direkt neben ihren Waren. Gerade diese einfache Form des Verkaufs vermittelt ein sehr alltägliches Bild des Lebens im Mekong-Delta.
Für Reisende, die statt großer Sehenswürdigkeiten lieber lokale Märkte und das normale Leben der Region erleben möchten, ist der Chợ Chồm Hổm eine interessante Ergänzung zu einer Mekong-Reise.
Märkte erleben und Vietnam authentischer kennenlernen
Von den nächtlichen Großmärkten Hanois über traditionelle Bergmärkte bis zu den schwimmenden Märkten des Mekong-Deltas zeigen diese neun Orte, wie unterschiedlich das Marktleben in Vietnam sein kann.
Wer Vietnam nicht nur über Sehenswürdigkeiten, sondern auch über seinen Alltag kennenlernen möchte, sollte deshalb einen lokalen Markt in die Reiseplanung aufnehmen. Besonders interessant ist die Kombination verschiedener Regionen: Hanoi für das urbane Marktleben, die Bergregionen im Norden für ethnische Märkte und das Mekong-Delta für das Leben am Wasser.
Auch eine individuell zusammengestellte Vietnam-Reise lässt sich mit solchen lokalen Erlebnissen verbinden. Wer das Land auf diese Weise näher kennenlernen möchte, findet bei Asiatica Travel weitere Inspirationen für eine maßgeschneiderte Vietnam-Reise.